Über das Land ✓ Kuba-Reisen mit travel-to-nature - Kuba
Über das Land ✓ Kuba-Reisen mit travel-to-nature

Über das Land: Kubanische Geschichte

Die größte Antilleninsel liegt im Atlantischen Ozean und ist mit einer Vielzahl bezaubernder Landschaften gesegnet. 1.250 km lang und an der schmalsten Stelle 31 km breit, erinnert der Umriss der Insel entfernt an ein Krokodil, weshalb Kuba auch als der „grüne Kaiman“ (spanisch: caimán verde) bezeichnet wird. Neben strahlend weißen Stränden mit vorgelagerten Korallenriffen, finden sich auf Kuba ausgedehnte Steppen, Bergregenwald sowie Fels- und Kalksteinlandschaften.

Kuba wurde vor etwa 8.000-10.000 Jahren besiedelt, wahrscheinlich in mehreren, zeitlich nicht näher zu bestimmenden Wellen. Auf jeden Fall war die Insel bereits vor Beginn der christlichen Zeitrechnung von verschiedenen Indianerstämmen besiedelt. Die aus dem Amazonasbecken kommenden Tainos brachten erste Ackerbaukenntnisse mit. Kubas geschriebene Geschichte hingegen beginnt mit der Entdeckung 1492 durch Christoph Kolumbus.


Das spanische Zeitalter

Kolumbus, italienischer Seefahrer in kastilischen Diensten, entdeckte auf seiner ersten Reise 1492 unter anderem die Insel Kuba, der er den Namen Juana gab. Fernando II., König von Spanien, benannte die Insel 1515 in Fernandina um. Im selben Jahr unterwarf Diego Velásquez de Cuéllar mit seinen Truppen die etwa 300.000 indianischen Bewohner und nahm die Insel für die spanische Krone in Besitz.

Es folgten die ersten Stadtgründungen: Baracoa, Santiago de Cuba, Santa Maria de la Puerto Príncipe (das spätere Camagüey), Trinidad und Habana. Kuba wurde zum wichtigen strategischen Stützpunkt der Spanier in der Karibik. Der Name „Cuba“ hat wahrscheinlich seinen Ursprung in der Sprache der Kariben oder der Taíno. Dort bedeuten die Wörter „coa“ (Ort) und „bana“ (große) so viel wie „großer Platz“. Kolumbus schrieb, er sei an einem Ort gelandet, den die Einheimischen „Cubao“, „Cuban“ oder „Cibao“ nannten.

Wie bei anderen Eroberungszügen wurden die indigenen Völker durch Gewalt und eingeschleppte Krankheiten in kurzer Zeit nahezu ausgerottet. Zur Bearbeitung der Felder, auf denen Tabak und Zuckerrohr angebaut wurde, mussten die Spanier bald Sklaven aus Westafrika nach Kuba bringen. Zu dieser Zeit erlebt Kuba seinen größten Aufschwung durch den Anbau von Zuckerrohr, der Hafen von Havanna wird Sammelpunkt der spanischen Silberflotten.

Im 16. und 17. Jahrhundert wehren die Spanier Eroberungsversuche der Briten, Niederländer und Franzosen ab. Dennoch wurde die Insel 1763 von den Briten erobert, die sie, im Tausch gegen Florida, gleich wieder an die spanische Krone zurückgaben. Im 18. Jahrhundert schnellte die Zahl der schwarzen Sklaven sprunghaft in die Höhe, eine Folge der Plantagenwirtschaft, die Kuba 1840 zum weltweit größten Produzenten von Zuckerrohr aufsteigen ließ. Von den Erlösen profitierte vor allem die kreolische Oberschicht. Als 1886 die Sklaverei verboten wurde, holten die Zuckerbarone Arbeiter aus China und von den Philippinen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lehnte sich die kubanische Bevölkerung erstmals gegen die spanischen Kolonialherren auf. 1868 beginnt der zehnjährige Unabhängigkeitskrieg mit Spanien, der "Guerra Larga", der 1878 endet. Im Jahr darauf kämpft Kuba im "Guerra Chiquita" zwei Jahre lang erneut gegen Spanien. Erst im "Guerra de Independencia" (1895-1898), der mit der Besetzung durch die USA endete, kann Kuba sich von Spanien lösen.


Unabhängigkeit und Revolution

1901 wurde die Republik Kuba ausgerufen und eine erste präsidiale Verfassung verabschiedet. Die enthielt einen Zusatzartikel, der den USA ein Recht auf militärisches Eingreifen zusicherte, falls sie ihre Interessen oder ihr Eigentum in Gefahr sähen. Kuba war demnach noch immer kein souveräner Staat. Die Dominanz der USA, seit 1880 der bedeutendste Wirtschaftspartner Kubas, blieb bestehen, wie die wiederholten Interventionen zwischen 1906 und 1919 zeigen. Die wichtigsten Entscheidungen wurden in der US-amerikanischen Botschaft gefällt, einschließlich der, ob ein gewählter Präsident im Amt bleiben dürfe oder nicht.

Mit Hilfe US-amerikanischer Großunternehmen gelangte 1925 General Gerardo Machado y Morales an die Macht, der einen extrem nationalistischen Kurs vertrat. Diktator Machado wurde 1933 von einer breiten Volksbewegung gestürzt, doch nur wenige Wochen später kam Sergeant Fulgencio Batista an die Macht. Batista, der seither die Fäden in der Hand hielt und 1952 einen Militärputsch inszenierte, um an der Macht zu bleiben, war über Jahrzehnte das Gesicht eines autoritären Regimes, das schließlich 1953-59 von den kubanischen Revolutionären unter Fidel Castro besiegt wurde.

Batista flieht über Nacht, mit der Staatskasse von rund 40 Millionen US-Dollar. Die Karibikinsel wird ein sozialistischer Staat. Kuba verstaatlicht Landwirtschaft und Industrie, bricht mit den USA und schließt ein erstes Handelsabkommen mit der Sowjetunion. 1961 scheitert eine von der CIA unterstützte Invasion von Exilkubanern in der "Schweinebucht". Im Kalten Krieg gerät die Welt 1962 in der Kubakrise an den Rand eines Atomkonfliktes: Die UdSSR will Raketen auf Kuba stationieren, die USA verhängt eine Seeblockade, die Welt hält 13 Tage den Atem an.

Gestützt durch sowjetische Subventionen und der UdSSR als wichtigsten Handelspartner, blieb die Wirtschaft Kubas stabil. Das ändert sich grundlegend, als Ende der 80er Jahre der Ostblock zerfällt und über 80% des bisherigen Außenhandels wegbrechen. Kubas Wirtschaft gerät in eine schwere Krise. Castro ist nicht bereit, den Sozialismus aufzugeben und sieht sich gezwungen, ein Notstandsprogramm auszurufen. In den Jahren danach verfolgt die kubanische Führung einen liberalen Kurs, unter Beibehaltung der politischen Ordnung. Auf den Ausbau des Tourismus, seit Mitte der 1990er Jahre wichtigster Devisenbringer, wird besonders Wert gelegt.

1994 macht eine Massenflucht Schlagzeilen, als Kubaner, von der politischen Führung geduldet, in die USA flüchten. Im Januar 1998 ist das Oberhaupt der christlichen Kirche in Kuba zu Gast, Papst Johannes Paul II. Im Vorfeld hatte Castro erstmals den 25. Dezember wieder offiziell als christlichen Feiertag zugelassen. Im Januar 2000 billigt der US-Senat die Lockerung des Embargos, wenn auch nur in bescheidenem Umfang. Zwei Jahre später wird nach einem Referendum der Sozialismus als unwiderruflicher Bestandteil der Verfassung festgeschrieben.

2004 führt Kuba den Kubanischen Peso ein, auch wird der Kontakt zu den EU-Botschaften wieder aufgenommen. Aufgrund gesundheitlicher Probleme gibt Fidel Castro nach 49 Jahren Präsidentschaft die Regierungsgeschäfte an seinen Bruder Raúl ab. Der wird 2008 neuer kubanischer Staatschef, Fidel Castro tritt endgültig von seinen politischen Ämtern zurück. Ende 2014 einigten sich Raúl Castro und der US-amerikanische Präsident Barack Obama auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.


Politisches System

Seit 1959 ist Kuba eine Sozialistische Republik unter Regierung der Kommunistischen Partei Kubas (PCC), der rund 15% der erwachsenen Kubaner angehören. Wer der Partei beitreten will, lebt deren Ideologie vor und bekommt im Gegenzug berufliche und gesellschaftliche Aufstiegschancen in vielen Bereichen. Die Verfassung Kubas bezieht sich auf die Ideen von José Martí, Karl Marx, Friedrich Engels und Lenin und definiert Kuba als sozialistischen Arbeiterstaat.

Der letzte Parteitag der PCC fand am 20. April 2016 statt. Die genauen Inhalte und Reformen drangen im Vorfeld jedoch nicht an die Öffentlichkeit. Diskutiert wurde an diesem Tag auch das Thema „USA“, denn die Öffnung Kubas lässt viele Kubaner auf mehr Wohlstand hoffen. Für viele Kubaner sind die verbesserten Beziehungen zu den USA gleichbedeutend mit der Hoffnung auf eine Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage. Castro mahnte jedoch mit dem Blick nach Washington zu erhöhter Wachsamkeit.

Durch das hohe Alter der Funktionäre und der Ankündigung, deren Amtszeiten an das chinesische System anzulehnen (führende Politiker dürfen maximal 2x5 Jahre im Amt bleiben), könnte es einen Wandel in der kubanischen Politik geben. So würden in wenigen Jahren die einstigen Revolutionäre die Partei verlassen, bereits heute sind die Ämter wie nie zuvor mit jungen Mitgliedern besetzt.


Bananenverkäufer auf der Straße in Trinidad

Geld in Kuba

Das Thema Geld ist in Kuba eher kompliziert. Lesen Sie, wie Sie am besten mit dem Peso Convertible (CUC) und dem normalen Peso Cubano (CUP) umgehen.

Währung & Geld

Kommunikation & Strom

Infos, wie Sie preiswert telefonieren, im Internet surfen und ob Sie Adapter für Ihre elektrischen Geräte brauchen.

Telefon, Internet & Strom
Bunte Strassenszene in Havanna, Kuba - Kundenfoto Rosenkoetter

Worauf in Kuba achten?

Kubas Geschichte ist seit über einem halben Jahrhundert von der Suche nach einem eigenen Weg bestimmt. Das ist auch nach der Öffnung zu spüren.

Verhaltensempfehlungen